Tiefziehteile in der Praxis

Werkzeugübernahme im Tiefziehen: Leitfaden für bestehende Tiefziehwerkzeuge

Die Werkzeugübernahme im Tiefziehen ermöglicht es, bestehende Werkzeuge weiter zu nutzen und Bauteile ohne unnötige Kosten oder Verzögerungen weiter zu produzieren. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorteile das bietet, welche Informationen dafür notwendig sind und wie formary den gesamten Prozess effizient begleitet.


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Talida Eichhorn

Aktualisiert am 26. Mai 2026

Werkzeugübernahme
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Inhalte

Werkzeugübernahme im Kunststoff Tiefziehen – Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Werkzeugverlagerung ermöglicht die Weiterverwendung bestehender Tiefziehwerkzeuge ohne erneuten Werkzeugbau.
  • Unternehmen sparen Kosten, Zeit und reduzieren Projektrisiken sowie Abfall.
  • Für eine reibungslose Übernahme müssen technische Kerndaten vorliegen und im Vorfeld geklärt sein.
  • formary übernimmt die technische Prüfung und sorgt für eine effiziente Integration in den Serienprozess.

→ Sie wollen Ihr Werkzeug verlagern? Kontaktieren Sie uns!


Was bedeutet Werkzeugübernahme im Tiefziehen?

Unter Werkzeugübernahme, häufig auch als Werkzeugverlagerung bezeichnet, versteht man die Übertragung eines bereits vorhandenen Tiefziehwerkzeugs zu einem neuen Produzenten, um dort ohne die Erstellung eines neuen Werkzeugs weiter zu produzieren.

Voraussetzung für eine Werkzeugübernahme durch einen neuen Tiefziehhersteller ist, dass sich das Werkzeug im Eigentum des Kunden befindet. Dies ist in der Regel der Fall, wenn das Werkzeug im Angebot als nicht anteilige Werkzeugkosten separat ausgewiesen wurde. In diesem Fall gehört das Werkzeug dem Kunden und kann von ihm jederzeit vom bisherigen Hersteller abgezogen und zu einem anderen Produzenten verlagert werden.

Das Ziel der Werkzeugübernahme: bestehende Werkzeuge effizient weiter nutzen und die Produktion ohne Unterbrechung fortsetzen.

Darstellung eines Teifziehwerkzeugs

Wann lohnt sich eine Werkzeugübernahme im Tiefziehen?

Die Verlagerung von Tiefziehwerkzeugen ist besonders dann vorteilhaft, wenn ein vorhandenes Tiefziehwerkzeug weiterhin funktional und produktionsfähig ist. Durch die Weiterverwendung statt eines kompletten Neubaus lassen sich bestehende Tiefziehwerkzeuge weiterhin wirtschaftlich nutzen, auch wenn die Lohnproduktion beim bestehenden Lieferanten nicht mehr gewünscht ist.

Denn ist ein Werkzeug jedoch einmal erstellt, kann über eine sehr lange Lebensdauer daraus produziert werden. Bei Verwendung von Aluminium und regelmäßiger Wartung gilt das für zehntausende oder hunderttausende Produktionstakte.

Warum werden Tiefziehwerkzeuge typischerweise verlagert?

Die Verlagerung bestehender Tiefziehwerkzeuge kann in der industriellen Praxis ein strategisch wichtiger Schritt sein. Beziehende Unternehmen von Kunststoff Tiefziehteilen verlagern Werkzeuge in der Regel zur Sicherung der Produktionsfähigkeit, Kostenkontrolle und Risikominimierung.

Typische Gründe für eine Werkzeugverlagerung

  • (Drohende) Insolvenz oder Geschäftsaufgabe des bisherigen Zulieferers: Um Produktionsstillstände zu vermeiden, werden Werkzeuge frühzeitig zu einem alternativen Hersteller verlagert.
  • Qualitätsprobleme in der bestehenden Lieferkette: Wiederkehrende Abweichungen bei Maßhaltigkeit, Oberflächen oder Materialverarbeitung machen einen Herstellerwechsel notwendig.
  • Steigender Kostendruck: Veränderungen in Preisstruktur, Energie- oder Personalkosten können eine wirtschaftliche Neuaufstellung der Fertigung erfordern.
  • Risikomanagement und Supply-Chain-Absicherung: Werkzeugverlagerungen sind oft ein bewährtes Mittel zur Reduktion von Abhängigkeiten und zur Erhöhung der Liefersicherheit.
  • Werkzeugschäden oder eingeschränkte Produktionsfähigkeit: Wenn Wartung, Reparatur oder Anpassungen beim bisherigen Lieferanten nicht mehr zuverlässig möglich sind.
  • Produktionsausfälle vorbeugen: Eine frühzeitige Verlagerung verhindert ungeplante Stillstände bei Serienprodukten mit langen Lebenszyklen.

Vorteile der Übernahme bestehender Werkzeuge

  • Kosteneffizienz: Vermeidung neuer Werkzeugkosten, was zu zu erheblichen Kosteneinsparungen führt.
  • Schneller Serienstart: Da das Werkzeug bereits existiert und erprobt ist, können Bemusterung, Prototyping und Produktion deutlich früher beginnen.
  • Hohe Prozesssicherheit: Geometrien und Materialverhalten sind bereits validiert, sodass Funktionen gesichert sind und nur minimale Anpassungen erforderlich werden.
  • Nachhaltigkeit: Die Lebensdauer des Werkzeugs wird verlängert und unnötiger Neubau vermieden.

Guide: So funktioniert die Werkzeugübernahme mit formary

Damit ein Tiefziehwerkzeug nahtlos beim neuen Hersteller übernommen werden kann, müssen vorab alle technischen Details geklärt sein. formary prüft diese Informationen, um Kompatibilität und einen zügigen Serienstart sicherzustellen.

Folgende Fragen sollten daher im Vorfeld geklärt werden:

1. CAD-Daten

  • Sind CAD-Daten des Werkzeugs vorhanden?
  • Können 2D- oder 3D-Dateien zur Verfügung gestellt werden?
Tiefziehteil CAD-Daten

2. Fotos & Sichtprüfung

  • Gibt es Bilder der Werkzeuge ?
  • Sind Vakuumierungspunkte erkennbar?
  • Wie ist der allgemeine Zustand?

Fotos sind ein schneller Indikator, ob Werkzeug, Rahmen und Oberflächen intakt sind.

Tiefziehwerkzeug aus Aluminium

3. Abmessungen

  • Wie groß ist das Werkzeug insgesamt?
  • Welche spezifischen Formabmessungen liegen vor?

Diese Angaben beeinflussen Maschinenkompatibilität und Einspannmöglichkeiten.

4. Unterbauten & Rahmen

  • Existieren Unterbauten?
  • Stellen Sie diese zur Verfügung?
  • Ist ein passender Rahmen vorhanden?
Spannrahmen Tiefziehteil
  • Wird ein Oberstempel benötigt – und ist dieser dabei?
Oberstempel Tiefziehen

Alle diese Elemente sind wichtig, um das Werkzeug auf dem Zielautomaten korrekt einsetzen zu können.

5. Grundplatte

  • Wie groß ist die Grundplatte, auf der bisher tiefgezogen wurde?
Segmentträgerplatte

6. Kühlung

  • Über welche Art von Kühlung verfügt das Werkzeug?

Das ist ein relevanter Punkt für Zykluszeiten und Wiederholgenauigkeit (siehe Blogbeitrag: Tiefziehwerkzeug für Kunststoff Tiefziehteile)

7. Nutzenzahl

  • Wie viele Nutzen hat das Werkzeug?

ℹ️Einfach-Nutzen: Ein Bauteil pro Takt, ideal für kleine Stückzahlen und geringe Werkzeugkosten.
Mehrfach-Nutzen: Mehrere identische Bauteile pro Takt, höhere Werkzeugkosten, dafür deutlich geringere Stückkosten bei Serien.

8. Bisher eingesetzte Maschine

  • Auf welcher Maschine (Hersteller, Typ) ist das Werkzeug bisher gelaufen?

Diese Informationen erleichtern die Kompatibilitätsprüfung. formary hat beispielsweise folgende Maschinen im Portfolio:

  • Rollenmaschinen
    • Illig RV
    • Illig IC-RD
    • Illig IC-RDK
    • Illig IC-RDKP
    • Kiefel KMD
    • Kiefel KMV
    • Kiefel KTR
    • Hamer TFP
    • Gabler Focus
  • Plattenmaschinen
    • Geiss T10
    • Geiss U8
    • Illig UA
    • Berg M7

9. Trenn- und Nachbearbeitungswerkzeuge

Je nach Weiterbearbeitung werden folgende Dokumente beziehungsweise Vorrichtungen benötigt:

Fräsprodukte

  • Sind Fräsvorrichtungen vorhanden?
  • Gibt es das Fräsprogramm?

Stanzprodukte

  • Sind die benötigten Stanzwerkzeuge verfügbar?

10. Materialdatenblatt

  • Können Sie uns ein Materialdatenblatt des verarbeiteten Materials zur Verfügung stellen?

Damit wird sichergestellt, dass Bauteile bei der Werkzeugübernahme identisch gefertigt werden können.

11. Musterteile

Gibt es Musterteile, die Sie uns zur Prüfung, zur Verfügung stellen können? formary nutzt sie für

  • Maßanalysen
  • Oberflächenvergleich
  • Funktionsprüfungen
Musterteile Tiefziehen

Checkliste zur Werkzeugübernahme

Die folgende Checkliste zeigt nochmal auf, welche Informationen für eine schnelle und sichere Werkzeugübernahme erforderlich sind:

KategorieBenötigte Informationen
CAD-Daten3D-/2D-Daten, Werkzeuggeometrie
BilderDetailfotos, Zustand, Vakuumpunkte
AbmessungenWerkzeugmaße, Grundplatte
ZusatzelementeRahmen, Unterbau, Oberstempel
MaschineninfosBisheriger Maschinentyp
NutzenAnzahl der Formnester
KühlungArt der Werkzeugkühlung
TrennwerkzeugeFräsvorrichtung, Fräsprogramm oder Stanzwerkzeug
MaterialDatenblatt des eingesetzten Materials
MusterteileMuster zur Prüfung

Fazit: Werkzeugübernahme als schneller und wirtschaftlicher Weg zur Serienfertigung

Eine Werkzeugverlagerung im Tiefziehen ist eine der effizientesten Möglichkeiten, bestehende Bauteile ohne Verzögerung und ohne erneute Werkzeugkosten weiter zu produzieren. Unternehmen profitieren von validierter Produktqualität und einer schnellen sowie kosteneffizienten Serienfertigung.

Mit formary erhalten Sie eine technische Prüfung innerhalb kürzester Zeit und eine sichere Integration Ihres Werkzeugs in die Produktion. Sie planen derzeit Ihr Tiefziehprojekt? Dann kontaktieren Sie uns - wir unterstützen Sie von der Idee bis hin zur Umsetzung.

Häufige Fragen zur Übernahme von Tiefziehwerkzeugen

Was ist eine Werkzeugübernahme beim Tiefziehen?

Die Werkzeugübernahme bezeichnet die Weiterverwendung eines bestehenden Tiefziehwerkzeugs bei einem neuen Hersteller, ohne dass ein neues Werkzeug gebaut werden muss.

Wie funktioniert die Verlagerung von Tiefziehwerkezugen?
Wann lohnt sich eine Werkzeugübernahme?
Kann jedes Tiefziehwerkzeug übernommen werden?
Wie lange dauert die Übernahme eines Tiefziehwerkzeugs?
Welche Tiefziehteile profitieren am stärksten von einer Weiterverwendung bestehender Werkzeuge?

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